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Stichwort:       JUDO

Das moderne JUDO wurde von Jigoro Kano (1860 bis 1939) aus der Kampfsportart Jiu-Jitsu entwickelt. Judo zielt nicht so sehr auf die Schwächung des Gegners, als vielmehr auf die Stärkung der eigenen Kraft, auf die Entwicklung aller körperlich - seelischen Anlagen zur Harmonie. „Der sanfte Weg“ (Bedeutung des Wortes „Ju-Do“) führt zur völligen Selbstbeherrschung, zur äußersten Konzentration, zu Entschlusskraft und Einsatzwillen. Nicht durch die Anwendung großer Kraft soll der Gegner besiegt werden, sondern durch den Einsatz geistiger Mittel, die dem Ausübenden den Weg zum Sieg zeigen, wenn es gilt, durch Zug oder Druck, durch Nachgeben oder Ausweichen die angreifende Kraft zu verwandeln und den Gegner überraschend zu werfen.

Durch Judo stählt der Ausübende seine Kräfte und sein Reaktionsvermögen. Er kann sich im Zweikampf mit Gleichgesinnten messen, bei dem es ebenso sehr auf die sportliche Haltung im Kampf bei Sieg und Niederlage ankommt, wie auf die Schönheit und Harmonie der Bewegungen, die ein Ausdruck der Geisteshaltung des Kämpfers sind.

Neben dem wettkampfmäßigen Training des Judo, neben dem Gedanken, diesen modernen Sport aus Gründen des körperlichen Ausgleichs zur vielfach einseitigen Körperhaltung in Schule und Beruf auszuüben, steht das Ziel der persönlichen Selbstverteidigung in Notfällen. Die einzelnen Abwehrgriffe der praktischen „Selbstverteidigung ohne Waffen“ können von Männern, Frauen, Jugendlichen und Kindern - gleich welchen Alters - mit Erfolg angewendet werden.

Da beim Judo alle gefährlichen Techniken (Tritte, Schläge, Finger-, Bein- und Fußhebel etc.) verboten sind, ist dieser Sport besonders für Kinder und Jugendliche interessant.

Im Verein lernen die Anfänger dieser Sportart zuerst die Prinzipien des Haltens und des Fallens. Anschließend werden die verschiedenen Stand- (Würfe) und Bodentechniken (Armhebel und ab einem gewissen Alter auch Würger) geübt.

Wenn man nach etwa ein bis zwei Jahren den Gelbgurt erworben hat, kann man an offiziellen Turnieren teilnehmen und die gelernten Techniken unter Wettkampfbedingungen anzuwenden versuchen. Der Polizeisportverein bietet darüber hinaus bereits Anfängern, die etwa sechs Monate oder länger trainiert haben, an so genannten „Monatsturnieren“ teilzunehmen. Auch Kinder und Jugendliche (bis 15 Jahre) aus anderen Vereinen dürfen daran teilnehmen. Diese Turniere bieten die Möglichkeit, schon früh Wettkampferfahrungen zu sammeln. Zudem kann die Wartezeit zur nächsten Gürtelprüfung bei regelmäßiger Teilnahme verkürzt werden.

Was kostet die Ausübung dieser Sportart ?

Will man den Judosport regelmäßig ausüben, sollte man in einen Verein eintreten, der dem Judoverband angeschlossen ist. Die Aufnahmegebühr beträgt in der Regel 20,00 bis 30,00 Euro (für Judopass, Jahressichtmarke etc.). Ein Judoanzug mittlerer Qualität für Anfänger kostet je nach Größe etwa 40,00 bis 70,00 Euro. An jährlichen Beiträgen fallen etwa 40,00 bis 100,00 Euro an (Kosten für den Verein, Jahressichtmarke für den Verband). Letztlich kommen noch Kosten für Prüfungen (8,00 Euro), Gürtel (4,00 bis 7,00 Euro) oder Turniere (1,00 bis 8,00 Euro pro Turnier) hinzu. Unter Berücksichtigung aller Kosten muss man mit monatlich 10,00 bis 20,00 Euro rechnen. Für Familien und Geschwister ergeben sich meist günstigere Konditionen.

Klaus-Dietmar Kroll (5.DAN)