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Judo als Leistungssport

Katrin Reißberg (18) von der Judogemeinschaft Münster hat ihr lang angestrebtes Ziel erreicht. Sie hat als erste weibliche Judoka aus Münster den Sprung in den Bundeskader geschafft. Einzig Anfang der 90er- Jahre gelang dieses Hagen Ruppelt vom Polizeisportverein. Auch Reißberg hat beim PSV ihre Judowurzeln, da sie dort vor zwölf Jahren mit dem Judosport anfing. 2001 schloss sie sich dann der JG Münster an und entschied sich bald, etwas mehr zu machen, als nur Breitensport. Ihr Weg ging über den Bezirks- und Westfalenkader, bis sie 2005 in den Landeskader berufen wurde. In diesem Jahr schaffte die damals 14-Jährige das erste Mal die Qualifikation zur Deutschen Meisterschaft. Viele Teilnahmen mit vorderen Platzierungen folgten und 2008 gelang endlich der Sprung auf das Treppchen. Mit dem dritten Rang bei der DEM der U20 in Herne hatte sie nun endgültig ihren Platz im Top-Kader des Nordrhein-Westfälischen Judoverbandes gefestigt. Durch diese Bronzemedaille und die internationalen Turniererfolge in Bremen und Mannheim (jeweils 1. Platz) sowie in Venray und Arlon (jeweils 3. Platz) unterstrich Reißberg in den letzten zwölf Monaten ihre Ambitionen, noch weiter vorzupreschen und setzte sich sogar an die Spitze der NWJV-Rangliste. Längst schon hatte auch der Deutsche Judobund viele Einladungen zu Lehrgängen und internationalen Trainingscamps ausgesprochen. Nun kam die Berufung in den D/C-Kader. Ein harter Weg hat sich bis hierher für die junge Sportlerin aufgetan. Viermal Judotraining in der Woche, dazu zweimal Kraftsport und eine Laufeinheit. An den Wochenenden Lehrgänge oder Wettkämpfe. Dazu gehört enormer Wille und Disziplin. Ganz nebenbei wird die Ausnahmeathletin der JG Münster im Sommer ihren Schulabschluss machen und ihre Ausbildung zum Sozialhelfer beenden. „Wenn man denkt, ich könnte mich nun ausruhen“, erklärt die amtierende Westdeutsche Meisterin der Frauen, „liegt man falsch. Jetzt fängt die harte Arbeit erst richtig an. Druck und Konkurrenz sind groß, so dass man immer am Ball und vor allem gesund bleiben muss. Auch im Bundeskader gilt es sich zunächst zu etablieren und auch weiterzuentwickeln.“ Diese Herausforderung wird die Münsteranerin gerne annehmen und mit der Unterstützung des Vereins und ihrer Familie sollte das Vorhaben gelingen. Als nächstes geht es zum Trainingscamp des DJB nach Hamburg. Hier wird sich Reißberg für die diesjährige Deutsche Einzelmeisterschaft im März, zu der sie vom Bundestrainer gesetzt wurde, vorbereiten.