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Katrin Reißberg meldet sich zurück Fast genau ein Jahr nach ihrer schweren Verletzung ist Katrin Reißberg von der Judogemeinschaft Münster wieder ins Wettkampfgeschehen eingestiegen - durchaus erfolgreich. Am 13. März belegte sie beim internationalen Turnier in Genf, den Swiss Open, in der Klasse bis 70 kg den fünften Platz. Nach der Kreuzband-OP im März 2010 folgten anstrengende Wochen der Reha, des Kraftaufbaus, des Technikprogramms, bis Reißberg, die inzwischen in Köln studiert, endlich wieder ins lang ersehnte Wettkampftraining einsteigen konnte. Die Teilnahme an internationalen Trainingscamps in Österreich und Frankreich stärkten ihr Selbstvertrauen - wichtig war, das Knie hielt dem Stand. Ihre Trainer bestätigten der 20-Jährigen absolute körperliche Fitness, aber ob der Kopf schon bei einer ernsthaften Auseinandersetzung mitspielte, sollte sich bei erst bei ihrem ersten Turnier zeigen. Mit Christelle Garry traf Reißberg auf eine alte Bekannte. Bereits 2008 konnte die Wahlkölnerin die Matte siegreich verlassen. Die Favoritenrolle wurde auch jetzt wieder deutlich, indem sie klar überlegen die Französin mit einem Konter, für den es Höchstwertung gab, bezwang. Somit war die erste Hemmschwelle durchbrochen und es wartete in der nächsten Begegnung keine Geringere als die amtierende Europameisterin der U23. Gegen Stéfanie Egger (Schweiz) musste Reißberg in die Verlängerung, konnte ihre Gegnerin aber dann mit einem Würger zur Aufgabe zwingen. In der Vorschlussrunde traf Reißberg auf die Niederländerin Antoinette Hennink. Zwar führte sie sogar gegen die Bundesligakämpferin mit einer großen Wertung, konnte den Vorsprung aber nicht halten und musste sich der späteren Turniersiegerin nach einer Bodenaktion mit einem Hebel geschlagen geben, riskierte sogar eine Verletzung, weil sie zunächst nicht abschlug: „Jetzt wollte ich auch ins Finale“. Daraus wurde aber nichts und es stand in der Trostrunde der Kampf um Platz Drei an. Hier nahm der Wettkampfverlauf an Brisanz zu, denn Reißbergs Kontrahentin war Melanie Gerber (Leipzig), bei der die Verletzung vor einem Jahr passiert war: „Eigentlich wollte ich nie wieder gegen sie kämpfen, aber in dem Moment packte mich der Ehrgeiz und mein Kopf war frei“. Die Duplizität der Ereignisse war erschreckend. Wie damals ging es in den Golden Score. Doch Reißberg unterlag nach starker Leistung der Dritten der DEM, allerdings mit sich und ihrem Comeback zufrieden: „Klar wäre Bronze schön gewesen, aber ich habe einen Fehler gemacht und bin geflogen. Letztendlich war für mich das Abschneiden hier nur sekundär. Wichtig war, dass ich wieder Kämpfe hatte und weiß, wo ich jetzt stehe“. Dieses sehen Reißbergs Trainer ähnlich und arbeiten bereits an der weiteren Turnierplanung. Kommende Woche geht es aber zunächst mal nach Bottrop, zum Ranglistenturnier des DJB, wo Reißberg auf die nationale Konkurrenz trifft. |