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Finale knapp verpasst – Reißberg wird Fünfte

Bereits mit einem Bein im Finale stand Katrin Reißberg von der Judogemeinschaft Münster am 24. Januar bei den Deutschen Einzelmeisterschaften der Frauen in Bayreuth. Die gut präparierte Judoka erreichte am Ende dann den fünften Rang unter 17 Teilnehmern in der Gewichtsklasse bis 70 kg, eine achtenswerte Leistung der 19-jährigen Schülerin.

Mit einem Freilos begann das Abenteuer Bayreuth, aber dann stand Barbara Baur der Münsteranerin gegenüber. Ein offizielles Aufeinandertreffen hatte es noch nicht gegeben, jedoch war die Athletin aus der Talentschmiede München/Großhadern eine gefährliche Gegnerin. Reißberg hatte zwar den nötigen Respekt, aber auch das richtige Selbstvertrauen und konnte die Begegnung vorzeitig mit Höchstwertung beenden. Bei Anne-Kathrin Lisewski – immerhin 5. der U20-Weltmeisterschaft 2008 - kam dann schon etwas mehr Nervosität auf, denn noch nie konnte Reißberg bisher einen Kampf gegen die Berlinerin gewinnen. Diesmal allerdings verließ sie die Matte als Siegerin und stand somit im Halbfinale. Dort wartete Laura Vargas-Koch. Die Jglerin und auch ihr Trainer Oliver Berkemeier konnten berechtigterweise schon mal zum Endkampf schielen, denn Reißberg hatte die letzte Auseinandersetzung mit Vargas-Koch im Oktober letzten Jahres für sich entschieden. Jedoch hatte die Münsteranerin auch schon mehrmals gegen Vargas-Koch verloren, so dass sie auf der Hut war. Der Kampf gestaltete sich ausgeglichen und nach der regulären Kampfzeit stand es unentschieden. So musste die Entscheidung in der Verlängerung fallen. Nach einer Minute musste Reißberg eine kleine Wertung zulassen und er Traum vom Finale war ausgeträumt. „Judo ist da gnadenlos. Für einen Bruchteil einer Sekunde eine falsche Entscheidung getroffen, und das war's“, sagt Reißberg ein wenig enttäuscht. „Wenn man so nah dran war, tut es doppelt weh. Keine Schande, dass ich gegen die spätere Deutsche Meisterin verloren habe, aber ich hätte gerne selber dort gestanden.“ Nun blieb aber nur der Kampf um Platz drei in der Trostrunde. Auch dieser ging nach etwas mehr als vier Minuten gegen die ältere und erfahrenere Iljana Marzok verloren. Im Haltegriff musste Reißberg sich am Ende geschlagen geben.

Mit Lisewski und Baur hat Reißberg zwei Athletinnen, die vor ihr im Bundeskader platziert sind, besiegt. Außerdem hat sie mit Kucznierz und Scherbarth zwei Konkurrentinnen aus dem eigenen Landesverband hinter sich gelassen. Sie hat zwar das Finale verpasst, aber gleich im ersten Jahr in der Frauenklasse schon unter die fünf Besten aus Deutschland zu kommen, ist ein großer Erfolg. Ein guter Start in die neue Saison, „Und nach oben ist ja immer noch Entwicklungsspielraum“, findet auch Berkemeier und schließt sich damit auch dem Lob des Bundestrainers an. Selbst wenn sein Schützling bereits jetzt schon technisch sehr weit ist, steht fest: „Ich werde weiter für meine Ziele hart arbeiten.“ Kommendes Wochenende schon steht ein internationales Turnier in Arlon/Belgien auf dem Programm.

http://www.echo-muenster.de/node/59805