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Seit sechs Wochen bereitet sich Katrin Reißberg mit einem harten Trainingsprogramm auf die Deutsche Meisterschaft vor, die im nächsten Jahr Ende Januar in Bayreuth stattfinden wird. Etwa zur Halbzeit, so Trainer Oliver Berkemeier, sollte sie einmal ihren Leistungsstand überprüfen. Eigentlich stand das DJB-Ranglistenturnier der Männer und Frauen am 5. Dezember in Hadamar (Hessen) gar nicht auf ihrer Wettkampfplanung. Reißberg war nämlich sowohl über die Rangliste, wie auch über die Meisterschaftsserie längst qualifiziert. Dennoch galt es, die Trainingsinhalte einmal auf höchstem Niveau umzusetzen. Dieses ist der Athletin von der Judogemeinschaft mehr als gut gelungen. Obwohl Berkemeier klar machte: „Es geht hier nicht ums Siegen“ und seinem Schützling klare Aufgaben erteilte, konnte die Münsteranerin Beides erfüllen. Heimtrainer und Landestrainer waren beeindruckt über die positive Entwicklung seit Oktober, als Reißberg Deutsche Vizemeisterin der Landesverbände wurde. „Sie hat noch mal einen Schritt nach vorne gemacht“, resümiert Berkemeier. So hat sie nicht nur alle gestellten Aufgaben gegen ein hochkarätiges Teilnehmerfeld mit Bravour gemeistert, sondern ist auch auf das oberste Podest geklettert.

Mit einem schweren Los in der 70er Klasse ging es gleich gegen die amtierende Deutsche Hochschulmeisterin, Imke Schumann. Ohne ihre Spezialtechniken anwenden zu dürfen, aber mit stark verbessertem Griffkampf gegen die kräftige Niedersächsin, verließ Reißberg die Matte als Siegerin. Mit Höchstwertung durch eine große Außensichel – eine Technik, die die Münsteranerin gerade perfektioniert - wurde der nächste Kampf gegen Diana Zweigardt beendet. Danach kam eine große Herausforderung, Dominice Weiglein aus Bayern. Noch nie konnte Reißberg gegen die Top-Kämpferin gewinnen. Diesmal reichte eine kleine Wertung um ins Finale einzuziehen. Mit dem Sieg gegen Weiglein hat Reißberg innerhalb von acht Wochen die zweite Athletin, die im Bundeskader vor ihr platziert ist, geschlagen. Den Endkampf gegen Kathrin Frey dominierte Reißberg klar und beendete die Begegnung vorzeitig erneut mit einer Außensichel.

Auf diesem Sieg ausruhen, davon kann keine Rede sein. In Bayreuth wird es noch mal ungleich schwerer. Das bedeutet weiterhin 4-5 Judoeinheiten pro Woche, Kraftsport und Ausdauertraining. „Nur wenn ich dort hundertprozentig fit bin, habe ich eine Chance, mich weit vorne zu platzieren“, weiß die 19-jährige Fachoberschülerin das richtig einzuschätzen.