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Reißberg gewinnt Internationales Turnier

Die Enttäuschung nach der Niederlage auf der Deutschen Einzelmeisterschaft in Bayreuth steckte durchaus noch im Kopf. Zwar war die U20-Kämpferin der Judogemeinschaft Münster ohne große Erwartungen am 2. November auf die nationalen Titelkämpfe der Frauen gereist, aber etwas mehr als ein schnelles Ausscheiden hatte sich Katrin Reißberg doch schon ausgerechnet. Rechtzeitig konnte die 18-Jährige dann aber den Frust abschütteln und war für das Internationale Sichtungsturnier der U19 in Mannheim am Sonntag (0911.2008) wieder motiviert. Nur die Besten nehmen jedes Jahr am Wolfgang-Welz-Gedächtnisturnier teil, dementsprechend hoch war das Niveau.

Reißberg startete gut mit Siegen gegen Marie Branser aus Sachsen und Kathrin Frey aus Hessen. Die erste Herausforderung kam dann gegen Anne Leupacher, die zuvor eine Kämpferin aus dem französischen Nationalteam ausgeschaltet hatte. Doch JG-Trainer Oliver Berkemeier hatte seinen Schützling taktisch und technisch hervorragend auf die Linkskämpferin aus Brandenburg eingestellt. Deshalb konnte sie auch hier einen vorzeitigen Sieg mit ihrem Spezialwurf landen und stand somit im Halbfinale. Ebenso Melanie Wolf aus Baden-Württemberg, die ihre Begegnung gegen die amtierende Europameisterin und einer Kaderkollegin von Reißberg klar gewinnen konnte. Erwartet schwer war dann auch die Aufgabe für die Münsteranerin. Schon früh konnte sie zwar mit einem Seoi-nage (Schulterwurf) in Führung gehen, musste aber auch die ersten Wertungen des Turniers gegen sich zulassen. Über die gesamte Kampfzeit ging diese Auseinandersetzung gegen die hoch aufgeschossene Wolf und war sehr Kräfte zehrend. Aber Reißberg stand nun im Endkampf, der erst viel später stattfinden sollte und konnte sich somit ein wenig regenerieren.  Berkemeier wagte es nicht, eine Prognose für das Finale abzugeben: „Ich war nicht sicher, ob Katrin diese starke Gegnerin bezwingen kann“, gestand er im Nachhinein. Aber Reißberg wollte den Sieg und vollbrachte erneut eine taktische Meisterleistung. Mit Friederike Majer waren keine angenehmen Erinnerungen verbunden, denn vor 18 Monaten zog sich Reißberg bei der DEM gegen sie einen Schlüsselbeinbruch zu. Die Aushebe-Spezialistin aus Baden-Württemberg versuchte auch diesmal über weite Strecken des Kampfes ihr kraftvolles Judo durchzubringen. Aber die Münsteranerin parierte jeden Angriff und lag schließlich mit einer kleinen Wertung durch Passivstrafe gegen Majer vorn. Dieses reichte ihr aber nicht, denn anstatt den Punkt über die Zeit zu bringen, blieb die Westdeutsche Meisterin der Frauen bei ihrer offensiven Strategie und warf am Ende sogar noch Ippon.

Katrin Reißberg konnte erneut die gesamte Konkurrenz in der 70er Klasse hinter sich lassen und war am Sonntag sogar die Einzige aller 24 Starterinnen des Nordrhein-Westfälischen Judoverbandes, die Gold holte.