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Bericht der JG:

Gelungene Veranstaltung für die JG Münster

Am 18. Februar richtete die Judogemeinschaft Münster die Westdeutschen Einzelmeisterschaften der Männer und Frauen U20 in der Dreifach-Halle in Hiltrup aus. Schon wochenlang war man mit den Vorbereitungen für diese Großveranstaltung beschäftigt, zu der man 200 Kämpfer erwartete. Je näher das Ereignis rückte, um so nervöser wurden Michael Fausten und Gabi Reißberg. Alles sollte möglichst perfekt laufen, wollte man doch beim Judoverband, der die Meisterschaft für vier Jahre nach Münster vergeben hatte, ein gutes Bild hinterlassen. Am Ende des Sonntages konnte man rundherum zufrieden sein. Ein gelungenes Debüt hatte die JG abgelegt. Etwa 40 freiwillige Helfer hatten zum Erfolg beigetragen. Allein schon das Transportieren und Legen von 559 Judomatten, das Heranschaffen von Tischen, Bänken, Stühlen und sonstigem Zubehör, erforderte schon eine Menge logistisches Geschick.

Auch aus sportlicher Sicht wurde es spannend. Die JG hatte vier Teilnehmer am Start, die sich das Ticket für die Deutsche Einzelmeisterschaft am 17. und 18. März in Frankfurt/Oder erkämpfen wollten. Die ersten Vier jeder Gewichtsklasse konnten sich qualifizieren. Dieses gelang als erstes Frederike Böhm (-44 kg), die sich in einem Viererfeld zwar drei Niederlagen leistete, aber trotzdem dabei sein kann. Nicht so viel Glück hatte Marius Gleis (Stammverein Westfalia Kinderhaus). In einem schweren Pool in der Klasse bis 100 kg traf der Bezirksmeister aus Münster gleich auf den Titelträger aus dem Bezirk Arnsberg. Gleis war chancenlos gegen den späteren Sieger Leonhard Müller. Im zweiten Kampf jedoch beherrschte Gleis seinen Gegner klar. Durch eine kleinen Fehler am Mattenrand allerdings vergab er seine Führung und fiel Ippon. Das bedeutete für Gleis das Vorrundenaus. Nachmittags griffen die Schwestern Svenja (-63kg) und Katrin Reißberg (-70kg/beide Polizeisportverein) ins Geschehen ein. Svenja wurde Pool-Zweite und zog damit in die Hauptrunde ein. Hier musste sie gegen die spätere Finalistin Sina Limberg eine klare Niederlage hinnehmen, konnte aber über die Trostrunde noch auf eine DM-Teilnahme hoffen. Hier dominierte sie auch die Begegnung, bis sie durch eine kleine Oberschenkelverletzung kurzzeitg abgelenkt war und verlor. Gelieben war ein undankbarer 5. Platz. Jetzt ruhten alle Hoffnungen auf Katrin Reißberg. Nach langer Verletzungspause hatte sie sich trotz Trainingsrückstand eine Menge vorgenommen. Problemlos gelangen ihr in der Vorrunde jeweils vorzeitige Siege gegen Jacqueline Kreft durch Te-Guruma (Handrad) und gegen Christina Schröer durch Ko-Uchi-Gari (kleine Innensichel), bis sie um den Poolsieg gegen ihre Kaderkollegin Corinna Durchfeld aus Essen ran musste. In der regulären Kampfzeit war keine Entscheidung gefallen und es ging in die Verlängerung. Hier konnte Reißberg durch einen Uchi-Mata (Innenschenkelwurf) eine mittlere Wertung erzielen und zog ohne Niederlage ins Hauptfeld ein. Hier warteten dann schon ganz andere Gegner auf die Münsteranerin. Zunächst ging es gegen die Bezirksmeisterin aus Köln, Katharin Dziuba. Über die ganze Distanz mussten die beiden Kontrahentinnen gehen, am Ende blieb Reißberg mit einer kleinen Wertung vorne. Um ins Finale einzuziehen und sich damit automatisch für die DM zu qualifizieren, benötigte Reißberg nur noch einen Sieg. Und er gelang mit Ippon durch einen überraschenden Seoi-Nage (Schulterwurf) gegen Kim Tusche aus Leverkusen. Im Finale traf Reißberg abermals auf Durchfeld, die aus ihrer Hälfte als Siegerin hervorging. Und wieder gestalteten die beiden den Wettstreit ausgeglichen, so dass es nach vier Minuten unentschieden stand. Aber ein Sieger musste nunmal ermittelt werden. So ging es erneut in den Golden Score. Doch auch nach weiteren vier Minuten konnte keine der beiden Akteure eine Wertung erzielen. Ein Kampfrichterentscheid, der zu Gunsten der aktiveren und agressiveren Judoka ausfallen soll, musste das Finale beenden. Die Wahl fiel auf Corinna Durchfeld, die damit Westdeutsche Meisterin wurde und Katrin Reißberg vor heimischer Kulisse „nur“ der Vizetitel blieb. Die knappste Entscheidung, die es im Judo gibt, war gefallen. „Ein wenig traurig bin ich schon, da ich schon so nah dran war“, gestand Reißberg, „aber die Kondition reichte am Ende nicht, um den entscheidenen Punkt zu machen“.

Bericht der WN:

 Von Sebastian Vogel


Katrin Reißberg löst DM-Ticket

Münster. Kampfsport statt Karneval: In der neuen Dreifach-Halle an der Bodelschwinghstraße in Hiltrup fanden gestern die Westdeutschen Meisterschaften im Judo statt. Über 200 Kämpfer hatten sich für diesen Wettbewerb über die verschiedenen Bezirksausscheidungen qualifiziert: Judoka aus den Bezirken Köln, Düsseldorf, Arnsberg, Detmold und eben Münster hatten sich eingefunden. Zahlreiche Zuschauer verfolgten die Titelkämpfe die Sportler konnten sich über gut organisierte Rahmenbedingungen freuen.
Auch die erste Vorsitzende der Judogemeinschaft Münster, Gabi Reißberg, zeigte sich bereits am Nachmittag vollauf zufrieden: Bisher läuft es wirklich gut. Auf die zeitlichen Abläufe können wir natürlich keinen Einfluss nehmen, aber die Organisation passt soweit.
Ein großes Lob sprach sie auch dem zweiten Vorsitzenden Michael Fausten und Geschäftsführer Klaus-Dietmar Kroll aus: Ohne die beiden hätten wir das nie hinbekommen. Auch die 40 ehrenamtlichen Mitarbeiter trugen einen großen Teil dazu bei, dass Münster im ersten Ausrichtungsjahr es folgen noch drei weitere eine reibungslose Premiere der Kämpfe garantieren konnte.
Die Aussicht auf einen Startplatz bei den Deutschen Meisterschaften am 17. und 18. März in Frankfurt/Oder wirkte sich sichtlich auf das Niveau der Begegnungen aus die Kämpfer schenkten sich nichts. Einen Platz unter den ersten vier der jeweiligen Gewichtsklasse musste man erreichen, um sein Ticket für die DM lösen zu können.
Aus Reihen der JG Münster gelang dies als erster Kämpferin Frederike Böhm, die allerdings ohne Sieg blieb; bei nur vier Teilnehmern in ihrer Gewichtsklasse bis 44 Kilo spielte das allerdings nur eine untergeordnete Rolle.
Ein wenig enttäuscht zeigte sich Gabi Reißberg hingegen von JG-Starter Marius Gleis, der in seiner Gewichtsklasse bis 100 Kilo nach zwei Niederlagen seine Hoffnungen auf eine vordere Platzierung begraben musste. Da hatten wir schon höhere Erwartungen.
Zwei weitere heiße Eisen hatte die Judogemeinschaft jedoch noch im Feuer, und die kamen aus der Familie der Vorsitzenden: die beiden Geschwister Svenja und Katrin Reißberg.
Katrin setzte sich zunächst zweimal souverän in ihrer Gewichtsklasse bis 70 Kilo durch, musste dann im dritten Kampf gegen Corinna Durchfeld vom Essener JC in die Verlängerung und siegte dort knapp mit einem Wurf. Später traf sie erneut auf dieselbe Gegnerin, diesmal war auch nach der Verlängerung keine Siegerin festzumachen. Somit mussten nach acht Minuten die drei Kampfrichter entscheiden, wer aktiver und aggressiver bei der sicherlich ausgeglichensten Begegnung des Tages war sie entschieden für Durchfeld und kürten diese damit zur Westdeutschen Meisterin. Katrin Reißberg wurde immerhin Zweite und fährt somit als Westdeutsche Vizemeisterin nach Frankfurt, was ihrer Schwester Svenja als Gruppenfünfte verwehrt bleiben wird.
Katrin war am Fuß verletzt und zusätzlich auch noch krank, sie hatte einen enormen Trainingsrückstand. Und von daher ist der zweite Platz wirklich ein super Ergebnis, freute sich Gabi Reißberg über die Leistung ihrer Tochter und über einen gelungenen Abschluss der Wettkämpfe.
 

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