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Münsteraner Judoka lösen DM-Tickets
In der Gewichtsklasse bis 55 kg stand dem jungen Wolbecker Christian Hellinger im Auftaktkampf mit dem Dritten der Bezirksmeisterschaften Arnsberg eine lösbare Aufgabe bevor. Mit dem Einsatz seiner Spezialtechnik konnte er diesen Kampf vorzeitig für sich entscheiden. Im zweiten Kampf der Hauptrunde sorgte dann allerdings das Los für das Aufeinandertreffen mit dem Bezirksmeister des Bezirkes Düsseldorf, dem mitfavorisierten Lukas Krautmacher. In einer spannenden Auseinandersetzung konnte er durch eine taktische Meisterleistung den Kampf siegreich gestalten, wodurch bereits das Halbfinale erreicht war. Hier traf er auf Sebastian Kampa vom TSV Bayer Leverkusen. Christian Hellinger beherrschte seinen Gegner und konnte einen ungefährdeten Sieg verbuchen. Im Finale stand dann dem jungen Athleten vom TV Wolbeck mit Sascha Herkenrath vom JC Hennef das vielleicht größte Judotalent aus ganz NRW gegenüber. Der Bezirksmeister des Bezirkes Köln war in diesem Jahr schon mehrfach Sieger von internationalen Turnieren und wurde durch einen Sieg schließlich auch verdient Westdeutscher Meister. Christian Hellinger durfte sich nach seiner Finalniederlage über den Gewinn der Silbermedaille und die Qualifikation zur DM ebenfalls freuen. Die größten Hoffnungen hatten die JG-Trainer und Vereinskollegen auf Jonte Flachmeyer (-73kg) gesetzt, der diese auch nicht enttäuschte: Die ersten beiden Duelle entschied er ohne Probleme durch Armhebel und Körperwürfe für sich, traf jedoch im folgenden Kampf auf den Favoriten und späteren Zweitplatzierten der Gewichtsklasse, Luis Ferdinand Bock aus Witten, der einen Angriff Flachmeyers nutzte, um ihn im hohen Bogen mit Uchi-mata (Schenkelwurf) auf die Matte zu befördern. Nach dieser Niederlage blieb nur noch die Chance auf Platz 3 und Jonte nutzte sie: Bereits nach wenigen Sekunden des Entscheidungskampfes wich er einem Angriff des Gegners geschickt aus und griff sofort selbst an, was ihm einen Ippon (vorzeitiger Sieg) und damit die Fahrkarte nach Rüsselsheim sicherte. Neben der Freude über die gelungene Qualifikation blieb ein kleiner Wermutstropfen: „Ich hätte auch Erster werden können, denn den jetzigen Goldmedaillengewinner habe ich schon mal geschlagen!“ erklärte der 16-Jährige. „Aber mein Ziel war es, zur Deutschen zu fahren und das hat sich ja erfüllt“, fügte er zufrieden hinzu. Zunächst sah es fast so aus, als könnten sich noch mehr JGler für die DEM qualifizieren, denn alle beendeten ihre ersten Kämpfe souverän mit Ippon. Josef Hamraev (-50kg) verlor im Halbfinale gegen den späteren Erstplatzierten und stand somit im Kampf um Platz drei. Hier führte er zunächst, wurde jedoch nach einem Angriff gekontert und musste sich mit dem undankbaren fünften Platz zufrieden geben. Nils Stöppeler (-46kg), auch wie Josef als jüngster Jahrgang angetreten, bewies sich als vielseitiger Kämpfer, der sowohl im Stand als auch im Boden seine Gegner in die Schranken wies. Er siegte zweimal, verlor jedoch gegen die späteren Zweit- und Drittplatzierten und stand damit auf Rang sieben. Ähnlich erging es Nika Hamraeva (-63kg), die nach einem Sieg mit Seoi-Nage (Schulterwurf) unglücklich verlor, in der Trostrunde zunächst wieder mit Seoi-Nage punktete, danach jedoch ebenfalls auf Platz sieben landete. Mit einer ausgeglichen Kampfbilanz von zwei Siegen und zwei Niederlagen und einem siebten Rang verpasste auch Dimitri Koschelev vom TV Wolbeck in der Klasse bis 60 kg die Qualifikation. Bergmann, Apaschev und Karrengarn schieden vorzeitig aus. |