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Reißberg hält auch in der U20 mit

Überraschungserfolg auf der Deutschen

 

Die Deutschen Einzelmeisterschaften der Frauen und Männer U20 fanden am zweiten Märzwochenende in Frankfurt an der Oder statt. Katrin Reißberg von der Judogemeinschaft Münster hatte sich als Doppeltstarterin hierfür qualifiziert und konnte sich in der für sie neuen Gewichtsklasse bis 70 kg gleich etablieren. Mit dem 7. Platz landete sie einen Erfolg, der in dieser Höhe doch noch etwas verwunderte.

 

Eigentlich sollte die DEM-Fünfte aus ihrem aktuellen Altersbereich, der U17, nur mal reinschnuppern und Erfahrungen in der neuen Gewichtsklasse sammeln. Bereits die Qualifikation auf der Westdeutschen Meisterschaft U20 war eine kleine Überraschung. So ging die Münsteranerin ganz locker an ihre Aufgabe heran. Mit noch sechs Kilo unter Gewicht hatte sie sich da ganz schön etwas vorgenommen. In der ersten Begegnung ging es gleich über die volle Kampfzeit. Mit der zweithöchsten Wertung durch einen schnellen Seoi-nage (Schulterwurf) besiegte sie am Ende Stephanie Lendner vom Bayrischen Judoverband. So war die erste Hürde für die oft mit Startschwierigkeiten behaftete Reißberg genommen. Im zweiten Kampf machte die Landeskaderathletin mit Inka Srech aus dem Rheinland aber kurzen Prozess. Nur acht Sekunden benötigte sie, um einen Harai-goshi (Hüftfeger) anzusetzen und vollen Punkt zu werfen. Nun stand Reißberg um den Einzug ins Halbfinale ein harter Brocken bevor. Gegen die vom Bundestrainer direkt auf die Deutsche gesetzte Nadja Nick aus Düsseldorf musste sich die Kämpferin des Polizeisportvereins Münster aber nicht verstecken. Ganz mutig hielt sie dagegen und machte einen ihrer besten Kämpfe. Als sie durch eine mittlere Wertung zurücklag, wollte sie die verbliebenen zehn Sekunden nutzen, wurde aber durch die erfahrene Nick auf ihren Angriff voll gekontert und verlor gegen die spätere Meisterschaftsdritte. In der Trostrunde bewies die erst 15-Jährige Kampfgeist und Konditionsstärke. Durch eine Innensichel geriet sie zunächst mit einer kleinen Wertung ins Hintertreffen, gab aber nicht auf und konnte gerade noch vor Ende der Kampfzeit ausgleichen. So zwang sie ihrer Gegnerin Vivian Hauenstein in die Verlängerung. Hier musste die Berlinerin nach etwa einer Minute eine Verwarnung wegen eines Scheinangriffs hinnehmen und der Sieg ging an Reißberg. Inzwischen war der siebte Platz erreicht und das war schon deutlich mehr, als man erwartet hatte. Auf der Matte stand nun Anne Grankow, die ihre Vereinskameradin aus Berlin offenbar „rächen“ wollte. Mit einer massiven aber erlaubten Härte ging die körperlich überlegene Kontrahentin zu Werke. Nach 2½ Minuten hatte Reißberg nichts mehr entgegen zu setzen und verlor deutlich mit Ippon.

„Katrin hat eine sehr gute Leistung gebracht“, resümierte Landestrainer Frank Urban und tröstet seinen Schützling: „Dein Mangel an Gewicht war das Einzige, was dich um einen Treppchenplatz gebracht hat.“ Dieses Lob, das nicht höher hätte ausfallen können, wird Katrin bestimmt motivieren, weiter hart zu arbeiten, denn in zwei Wochen bereits steht ein Internationales Turnier in Erfurt an.

 

Der Wolbecker Janes Chabowski (Crocodiles Osnabrück) konnte sich in seinem letzten Jahr U20 nicht behaupten. In der Gewichtsklasse bis 73 kg schied er nach zwei Niederlagen, die allerdings jeweils erst nach großem Widerstand in der Verlängerung besiegelt waren, vorzeitig aus.